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Hermann Langbein beschreibt Auschwitz so (Wien, 1967): "Auschwitz war das größte Vernichtungslager des Nationalsozialismus. Da es nun das bekannteste ist und der Mechanismus der Massentötung überall nach ähnlichem Schema organisiert wurde, möge es hier für alle stehen. ( ... ) Die Berichte, die man ... lesen kann, mögen allerdings dazu verleiten, über schaurige Einzelheiten den noch schwerer faßbaren Alltag in Auschwitz zu übersehen. ( ... ) Das für die nationalsozialistischen Vernichtungslager typische Verbrechen war nicht die brutale Aktion einzelner. Zum Alltag von Auschwitz gehörte der - in der Regel völlig leidenschaftslos durchgeführte, exakt organisierte, routiniert eingespielte - Massenmord an Tausenden .... ( ... ) Die SS-Mannschaft war daran interessiert, die Tötungsaktion möglichst reibungslos abzuwickeln. Jeder einzelne hatte dabei seinen Platz, kannte seine Pflichten und führte, was die Führung von ihm erwartete, in der Regel routiniert und mit derselben inneren Einstellung aus, die etwa ein Postbeamter hat, der stolz darauf ist, daß die Paketabfertigung klappt." Wenn wir im zweiten Absatz "Auschwitz" etwa durch "Hühnerschlachthaus" ersetzen, haben wir eine ganz gute Beschreibung dessen, was wir heute tagtäglich und rund um die Uhr mit Tieren machen. Allerdings nur eine "ganz gute" Beschreibung. Denn im Hinblick auf die technische Optimierung des Massenmordes und im Hinblick auf unsere emotionale Distanzierung davon sind wir heute zweifellos VIEL "weiter"! (Eine moderne Tierfabrik ließe die Auschwitz-Manager vor Neid erblassen.) GANZ zu schweigen von der Zahl der "behandelten" Opfer. (So werden etwa in der Schlachterei Lohne in zwei Stunden eine viertel Million Hühner ermordet.) Gut möglich, daß ein unvoreingenommener nichtspeziesistischer außerirdischer Beobachter den Holocaust-Vergleich als empörende Verharmlosung DES TIER-HOLOCAUSTS zurückweisen würde!
© Helmut F. Kaplan Themenverwandte Artikel: |
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