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Wir, die Tag und Nacht für Tierrechte kämpfen, werden mit Erfolgsnachrichten ja nicht gerade verwöhnt. Umso wichtiger ist es, Dinge, die Anlaß zur Freude und Ermutigung geben, wahrzunehmen und zu würdigen: In einer Inseratenserie, in der es um "massive" Baustoffe geht, wird mit der Botschaft geworben: "Tun Sie nichts, was Sie später bereuen." Die Sinnhaftigkeit dieser gleichbleibenden Botschaft wird anhand unterschiedlicher Fotos bzw. Situationen verdeutlicht. So erinnere ich mich etwa an eine Büroszene, in der ein Mann im Begriffe ist, der Sekretärin an den Po zu fassen – "Tun Sie nichts, was Sie später bereuen." Und ein anderes Bild, das für die Beherzigung dieser Maxime werben soll, stellt zwei große Teller mit Würsten und Fleischstücken dar - "Tun Sie nichts, was Sie später bereuen." Sprich: Lassen Sie von diesem fragwürdigen Essen lieber die Finger! Diese Werbung bzw. diese Bild-Text-Kombination repräsentiert einen ungeheuren Erfolg der Tierrechtsbewegung: Sie zeigt, daß Fleisch mittlerweile auch zum Inbegriff einer gefährlichen Sache geworden ist, zum Inbegriff einer Sache, die man lieber sein lassen sollte, weil man es anderenfalls später schwer bereuen könnte. Die Erkenntnis, daß Fleisch krank macht, ist also bereits im öffentlichen Bewußtsein verankert – und damit der Vegetarismus als vernünftige Sache etabliert. Der nächste Schritt muß der Veganismus sein. Aber den werden wir vernünftigerweise anders nennen. Die Botschaft muß auf alle Fälle lauten: Tierliche Produkte machen krank. Im Hinblick auf eine griffige Formel haben Nahrungs- und Heilmittelhersteller dankenswerterweise schon großartige Vorarbeit geleistet: "Rein pflanzlich"!
© Helmut F. Kaplan Themenverwandte Artikel: |
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